Von der römischen Furt bis zur Brückeneinweihung 1954: Die Altstädter Brücke in Pforzheim war über Jahrhunderte ein zentraler Ort der Stadtentwicklung und erzählt spannende Kapitel der Stadtgeschichte – von Industrie, Krieg und Wiederaufbau.
Altstädter Brücke in Pforzheim – Vom römischen Übergang zur modernen Verbindung
PFORZHEIM. Die Altstädter Brücke ist mehr als nur ein Verkehrsbauwerk – sie ist ein Zeugnis von über 2000 Jahren Stadtgeschichte. Bereits die Römer nutzten die Furt durch die Enz, an der um das Jahr 90 n. Chr. der Ort PORTUS entstand – die Keimzelle des heutigen Pforzheims.
Die Altstadt, mit der Martinskirche als religiösem Zentrum, entwickelte sich in unmittelbarer Nähe des Übergangs über die Enz. Der strategische Flussübergang war über Jahrhunderte hinweg entscheidend für Handel, Militär und Stadtentwicklung.
Holz, Eisen und Zerstörung – Der Wandel der Brücke
Ab 1383 ist eine hölzerne Brücke an dieser Stelle bezeugt. Sie wurde regelmäßig durch Hochwasser zerstört und musste mehrfach erneuert werden. 1880 ersetzte die Pforzheimer Firma Gebrüder Benckiser die Holzkonstruktion durch eine Eisenbrücke – ein moderner Schritt für die damalige Zeit.
Fabrikantenvillen und Wasserkraft
In unmittelbarer Nähe zur Brücke ließ sich um 1820 der Tuchfabrikant Samuel Finkenstein eine klassizistische Villa errichten. Das Anwesen lag auf der sogenannten „Insel“, einem parkartigen