Etwas außerhalb von Wilferdingen liegt der Sperlingshof – ein Ort mit langer Geschichte und großer Bedeutung für traumatisierte Kinder und Jugendliche. Die Einrichtung ist mehr als ein Teil Remchingens – sie ist ein Zuhause für junge Menschen mit schwerem Gepäck.
REMCINGEN – Der Sperlingshof, offiziell seit 1977 Teil der Gemeinde Remchingen, gilt als deren „fünfter Ortsteil“. Das zeigt sich sogar im modernen Rathaus: Seine fünf Ecken symbolisieren Wilferdingen, Singen, Nöttingen, Darmsbach – und eben den Sperlingshof.
Heute ist der Sperlingshof ein heilpädagogisches Kinder- und Jugendhilfezentrum, das sich auf die Betreuung traumatisierter junger Menschen spezialisiert hat. Mit einer eigenen Schule und sieben Wohnhäusern bietet die Einrichtung 50 Kindern und Jugendlichen einen geschützten Ort zum Aufwachsen und zur Entwicklung.
Historie mit Tiefgang
Die Geschichte des Sperlingshofs reicht tief in die Vergangenheit zurück: Bereits im Jahr 1460 wurde an diesem Ort ein Kloster gegründet, das über 100 Jahre lang als Wallfahrtsstätte auf dem Pilgerweg nach Rom diente. Nach seiner Auflösung wurde das Gelände erst 1773 durch Albert Sperl wieder bebaut, der dem späteren „Sperlhof“ seinen Namen gab.
Über die Jahrhunderte hinweg wandelte sich der Ort mehrfach – vom Gasthaus über eine Vorspannstation und sogar eine Falschmünzerei – bis 1922 die Evangelisch-Lutherische Freikirche das Anwesen