Seite 1 von 2

Birkenfeld blickt auf eine über 2.400 Jahre alte Siedlungsgeschichte zurück und entwickelte sich vom Bauerndorf zu einem Wohn- und Gewerbestandort am Rand des Nordschwarzwalds.


Birkenfeld ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg und grenzt unmittelbar an die Stadt Pforzheim. Die erste nachweisbare Besiedlung auf der heutigen Gemarkung reicht bis etwa 400 v. Chr. zurück und ist durch Gräberfunde keltischen Ursprungs belegt. Ab etwa 100 n. Chr. gehörte das Gebiet zum römischen Herrschaftsbereich. In dieser Zeit entstand ein römischer Gutshof im Bereich der heutigen Kreuzstraße.

Seit etwa dem Jahr 500 ist eine dauerhafte Besiedlung durch Germanen nachweisbar, zunächst durch Alemannen, später durch Franken. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung Birkenfelds stammt aus dem Jahr 1302. Bereits 1322 wurde der Ort württembergisch. Im selben Jahr ist auch eine Mühle belegt, was auf eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung hinweist.

Kirchlich war Birkenfeld bis 1490 der Pfarrei Brötzingen zugeordnet. Mit der Erhebung zur eigenen Pfarrei entstand eine neue Kirche. Im Jahr 1534 wurde der Ort im Zuge der württembergischen Reformation evangelisch. Eine erste Schule ist ab 1566 belegt, das noch heute erhaltene historische Rathaus wurde 1584 errichtet.

Der Dreißigjährige Krieg führte nicht zur Zerstörung des Ortes, jedoch zu mehrfachen Plünderungen und einem

deutlichen Bevölkerungsrückgang. Im Jahr 1825 lebten 928 Menschen in 289 Wohnhäusern und Scheunen. Bis ins 19. Jahrhundert blieb Birkenfeld überwiegend landwirtschaftlich geprägt, insbesondere durch Ackerbau und Weinbau.

Mit dem 19. Jahrhundert setzte ein struktureller Wandel ein. 1828 wurde eine neue Kirche im klassizistischen Stil errichtet. Ab 1838 erlernten erste Einwohner das Goldschmiedehandwerk in Pforzheim. 1856 nahm der erste Industriebetrieb den Betrieb auf. Die Eröffnung der Enztalbahn 1868 und eines eigenen Bahnhofs verbesserte die Verkehrsanbindung deutlich. Nach einem Kirchenbrand in den Jahren 1875/76 erfolgte der Wiederaufbau.

Nach 1890 wuchs der Ort über seinen historischen Kern hinaus. Industrieansiedlungen nahmen zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schmuck- und Uhrenindustrie weiter ausgebaut. Ende der 1950er-Jahre begann ein wirtschaftlicher Aufschwung. Heute bietet Birkenfeld rund 5.000 Arbeitsplätze und gilt als Wohn- und Gewerbestandort an der nördlichen Pforte des Schwarzwalds.

Im Zuge der Gemeindereform wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Gräfenhausen mit den Ortsteilen Gräfenhausen und Obernhausen eingemeindet. Gräfenhausen ist urkundlich älter als Birkenfeld und besaß bereits um 1100 eine eigene Kirche. Die Michaelskirche mit römischen Spolien und mittelalterlichen Fresken zeugt von dieser frühen Bedeutung.

Birkenfeld liegt im Enztal auf einer Höhe zwischen 260 und 451 Metern. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Birkenfeld, Gräfenhausen und Obernhausen. Die Einwohnerzahl stieg von 928 im Jahr 1825 auf rund 10.170 im Jahr 2020.

Die wirtschaftliche Struktur ist bis heute durch Schmuck- und Uhrenindustrie geprägt. Daneben bestehen Betriebe aus Metallverarbeitung, Elektronik und Präzisionswerkzeugbau. Drei Gewerbegebiete sowie ein interkommunales Gewerbegebiet mit der Nachbargemeinde Keltern sind ausgewiesen.

 


#Birkenfeld #Enzkreis #Nordschwarzwald #Gräfenhausen #Geschichte #BadenWürttemberg

Content Original Link:

https://pforzheim-city.de/index.php/birkenfeld/birkenfeld-im-enzkreis-entwicklung-von-der-siedlung-zur-gemeinde


Add comment

Submit