Das Emma-Jaeger-Bad ist ein Pforzheimer Wahrzeichen mit Geschichte. Einst gestiftet von einer wohltätigen Kaufmannsgattin, beherbergt es heute das kreative Herz der Stadt – das EMMA-Kreativzentrum. Ein Blick zurück auf über 100 Jahre wechselvoller Geschichte.
Pforzheim. Mitten in Pforzheim, am Ufer der Enz, steht ein geschichtsträchtiges Gebäude, das heute unter dem Namen EMMA-Kreativzentrum bekannt ist. Ursprünglich als erste städtische Badeanstalt errichtet, wurde es durch eine großzügige Stiftung der Kaufmannsgattin Emma Jaeger (1830–1900) möglich.
1911: Ein Stadtbad mit Stil und Weitblick
Das nach Plänen des Stadtbaumeisters Alfred Roepert erbaute Emma-Jaeger-Bad wurde 1911 eröffnet. Es war mehr als nur ein Schwimmbad – es war ein Ort der Gesundheit, Hygiene und Erholung. Mit zwei separaten Schwimmhallen für Männer und Frauen, Schwitz-, Dampf- und Wannenbädern, medizinischen Anwendungen und sogar einem Hundebad setzte es Maßstäbe für seine Zeit.
Besonders auffällig war der hochaufragende Turm, der als Hochbehälter für die Wasserversorgung diente. Die reich gegliederte Fassade im Stil der Neorenaissance verlieh dem Gebäude einen repräsentativen Charakter, der bis heute erhalten blieb.
Inselvorstadt: Flüsse, Gerber und Geschichte
Rund um das Bad erstreckte sich die historische Inselvorstadt, geprägt von alten Mühlen, Stadtbächen und Gerbereien. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein war die Gerberei ein wichtiger Wirtschaftszweig Pforzheims. Einfache hölzerne Lauben